ProFans hat erfahren, dass es in Berlin im Zuge der Wahlen zum Abgeordnetenhaus erneut Plakate der rechtsextremen NPD gibt, mit denen die nationalistische Partei versucht, sich durch das Thema „Fankultur“ bei Fußballfans zu profilieren. Auf dem Plakat steht wörtlich „Pyrotechnik nicht kriminalisieren“ und „Fankultur erhalten“. Die NPD greift damit grundsätzliche Forderungen und Formulierungen der Arbeit von ProFans und weiteren fanpolitisch aktiven Organisationen und Gruppen auf.

Das deutliche Erstarken des Rechtsextremismus und Rechtspopulismus in der Gesellschaft ist sehr besorgniserregend und gefährlich. Alle Teile der Gesellschaft sind daher aufgerufen, in ihren Bereichen Widerstand zu leisten und Weltoffenheit, Mitmenschlichkeit und Toleranz zu verteidigen.
Der Wirkungsbereich von ProFans sind die Fußballstadien des Landes. Hier sind die Fans aufgerufen, sich gegen Rechtsextremismus und -populismus zu positionieren und engagieren.

Offenbar versucht die NPD erneut nicht nur rassistische Fußballfans für ihre Partei zu gewinnen, sondern auch bei Fans, die sich als „unpolitisch“ bezeichnen, Sympathisanten zu gewinnen. Während andere Parteien Fußballfans hauptsächlich als Sicherheitsrisiko behandeln und nutzen, wählt die NPD bewusst Slogans der aktiven Fanszene und Ultràbewegung. ProFans-Sprecher Jakob Falk: „Wir betonen unablässig, dass Rechtsextremismus mit unserer Fankultur nicht vereinbar ist. Nazis und Rassisten sind Feinde unserer aktiven, kritischen, lautstarken und bunten Fankultur. Wer rechts wählt,wählt gegen unsere Fankultur.“

Es ist zu vermuten, dass die NPD im Wahlkampf auch wieder vor Stadien auftauchen und ihre ideologischen Flyer verteilen wird. „Alle Fußballfans sind aufgerufen, sich gegen diese Einmischung von rechts in die Fankultur zu wehren. Lasst Euch nicht blenden! Entsprechende Versuche der Nazis vor den Stadiontoren müssen verhindert werden“, sagt Sig Zelt, Pressesprecher von ProFans.

ProFans ruft zur Solidarität mit allen antirassistisch engagierten Fußballfans auf. An vielen Standorten gibt es aktive Gruppen und Projekte, die sich gegen Diskriminierung einsetzen und sich z.B. um die Unterstützung von geflüchteten Menschen bemühen. „Die bestehenden antirassistischen Strukturen und Gruppen müssen dringend gestärkt werden. Aktive Fans in den Stadien dürfen mit ihrem Engagement nicht allein gelassen werden. Sie müssen gegen Angriffe von rechts geschützt werden und brauchen mehr Handlungsspielräume. Die Verantwortlichen der Verbände, Vereine, der Polizei und Politik sollten bedenken, dass viele der bestehenden Repressionen gegen Fußballfans auch ihr antirassistisches Engagement stark beeinträchtigen“, sagt Jakob Falk.

Für ProFans gilt bei diesem Thema nur ein Motto:

Kein Fußball den Rassisten!

ProFans im August 2016

Kurz nach Beginn der neuen Saison verleiht das unabhängige Bündnis ProFans der Fanszene des SC Freiburg den Negativpreis „SAM“ für die Rückrunde der Saison 2015/16. Insgesamt erwischten die Freiburg-Fans die schlechtesten Anstoßzeiten der ersten drei Ligen.

Die Abkürzung SAM steht für „SpielAnsetzungsMonster.“ Das SAM wird seit der Saison 2015/16 zwei Mal im Jahr als Negativpreis an die Fanszene vergeben, die am meisten unter den fanunfreundlichen Anstoßzeiten leiden muss. Der Preis soll die Fanszenen zu noch mehr Engagement gegen diese unerträglichen Missstände motivieren und die Öffentlichkeit über die Problematik aufklären.

ProFans dokumentiert fortwährend, wie unerträglich viele Anstoßzeiten für die aktiven Fanszenen sind. „Wenn Fans mittwochs 584 km nach Bielefeld und an einem Montagabend 599 km nach Braunschweig fahren müssen, um ihre Mannschaft zu unterstützen, ist das fanfeindlich.“, so ProFans-Sprecherin Gloria Holborn und ergänzt: „Dank der unmöglichen Anstoßzeiten hatten die Freiburg-Fans 5mal Spiele an Wochentagen, die über 300 km entfernt waren.“ Auf den Plätzen Zwei und Drei im Ranking der Rückrunde 2015/16 landen die Fanszenen vom 1. FC Union Berlin und dem VfL Bochum. Mit Erzgebirge/Wismut Aue auf dem 5. Platz wird deutlich, dass die Problematik nicht nur für die 1. und 2. Bundesliga besteht.
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ProFans wird im Kampf um fangerechtere Anstoßzeiten nicht nachgeben und auch in der neuen Saison weiter kämpfen. Die Einführung von Montagsspielen in der Bundesliga und einer neuen Anstoßzeit am Sonntag um 19:30 Uhr zeigt, wie aktuell das Thema bleibt. Dazu ProFans-Sprecherin Ela Mateika: „Wir fordern die DFL auf, sich nicht weiter hinter Begründungen wie ‘Wunsch des TV-Partners’ oder ‘auf Wunsch der Polizei’ zu verstecken und endlich eine Kursänderung bei den Spielansetzungen einzulegen.“ Den aktiven Fans des Landes muss auch weiterhin die Möglichkeit gegeben werden, ohne zusätzliche Urlaubstage zu nehmen ihre Mannschaften zu unterstützen und lautstarke Stimmung in die Stadien zu bringen.

Der Fußball lebt durch seine FANS!

ProFans, im August 2016



Social World Cup 2018

26. Mai 2016
Kategorie: Allgemein

Wir haben uns entschlossen das Projekt “Social World Cup 2018″ zu unterstützen und weisen daher auf den Start des Crowdfundings hin.

Zwar gehören internationale Großturniere wie die alle vier Jahre stattfindende Fußball-WM nicht zu den klassischen Themen von ProFans, die korrupten Machenschaften der Fifa und die extreme Kommerzialisierung des Fußballs betreffen uns allerdings alle gemeinsam. Mehr Protest ist daher ganz in unserem Sinne. Die Idee ein internationales Amateurturnier mit sozialen Projekten zu verbinden, weist über den Protest hinaus. Wir finden das gut. Wer es ähnlich sieht, kann das Projekt mit einer kleinen Spende voranbringen.
Am vergangenen Freitag (20.05.2016) startete das Crowdfunding für den Social World Cup 2018.
Alle Infos zu der gemeinnützigen Fußballweltmeisterschaft gibt es hier und hier.

Zum Abschluss noch ein paar Infos vom Projekt selber.

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Das Social World Cup-Team braucht eure Unterstützung !

Am vergangenen Freitag den 20.5.2016 startete das Crowdfunding für den Social World Cup 2018. Wenn Euch die Idee überzeugt, spendet für das Projekt oder holt euch für eure Unterstützung ein Dankeschön ab, beides auf Startnext (https://www.startnext.com/socialworldcup2018). Infos zu der
gemeinnützigen Fußballweltmeisterschaft findet ihr unter http://www.socialworldcup.com und

https://www.facebook.com/socialworldcup/.

Worum geht es?

Hier stellt sich das Projekt selbst vor:

Wir, das sind überwiegend Studenten aus Köln, Bayreuth und Berlin, arbeiten seit einiger Zeit an einem für uns sehr spannenden und einmaligen Projekt, dem „Social World Cup 2018“. Im folgenden ein kurzer Überblick, worum es dabei geht.

Der „Social World Cup 2018“ – eine gemeinnützige Fußball-Amateurweltmeisterschaft im Sommer 2018.

Mit dem Turnier möchten wir vor dem Hintergrund der vermehrt negativen Schlagzeilen rund um den Fußball, Fußballverbände und Fußballgroßevents – insbesondere der FIFA und den FIFA-Weltmeisterschaften – die positive Kraft des Fußballs (z.B. in Bezug auf die Völkerverständigung oder die Entwicklung von Respekt, Toleranz & Fairness) wieder hervorheben. Es soll auf diese Weise ein konstruktives Zeichen gegen Missstände (z.B. eine Überkommerzialisierung, Korruption oder Menschenrechtsverletzungen) im internationalen Fußballgeschäft gesetzt werden.

32 „Amateur-Nationalmannschaften“ aus aller Welt treten nach aktueller Planung im Sommer 2018 über einen Zeitraum von 18 Tagen in fünf deutschen Großstädten (Berlin, Köln, Hamburg, Leipzig, München) gegeneinander an. Neben einem unvergesslichen Sporterlebnis soll das Turnier Anlass zu politischen und gesellschaftlichen Diskussionen geben. Deshalb werden die Spiele von einem Rahmenprogramm bestehend aus Infoveranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Benefizkonzerten, Streetfoodfestivals u.v.m. begleitet. Mit einem Crowdfunding ab Mitte Mai (20.5) soll das Projekt startfinanziert werden. Die Turniererlöse sollen gemeinnützigen Zwecken zugute kommen.

Tiefergehende Informationen zu uns und der Turnieridee findet ihr auf unserer Homepage http://www.socialworldcup.com/

Mit der Universität Bayreuth, ProFans oder Football Beyond Borders haben wir bereits einige Partner für das Projekt gewinnen können – wir sind jedoch weiterhin auf der Suche nach Faninitiativen, NGOs, Vereinen etc., die unsere Werte teilen und das Projekt unterstützen bzw. im Idealfall gemeinsam vorantreiben wollen.

Soweit zu dem Projekt an sich. Es ist ja so, dass am 20.5 das Crowdfunding gestartet ist, da wir bewusst zunächst keine Unternehmen etc. als Sponsoren/Geldgeber angesprochen haben, ist das ganze Projekt vom Erfolg des Crowdfunding abhängig. Das Crowdfunding kann dabei nur erfolgreich sein, wenn möglichst viele, sowohl Interesse an solch einem Projekt bekunden, als auch bereit sind, dieses mit einer kleinen Spende zu unterstützen. (Dafür soll es ja auch eine Gegenleistung geben) Somit geht es natürlich einerseits, um eine finanzielle Unterstützung, anderseits vor allem um wichtige Werte im Fußball, die immer mehr verloren gehen.

–> Vielleicht habt ihr mal eine ruhige Minute und guckt euch:
unsere Homepage: http://www.socialworldcup.com/
oder Facebook: https://www.facebook.com/socialworldcup/
oder Crowdfunding Page: https://www.startnext.com/socialworldcup2018 an.

Wenn ihr dann von dem Projekt ähnlich begeistert seid, wie wir, unterstützt uns doch bitte auf der Crowdfuning Page mit einer Spende. 10€ (nach oben natürlich offen:) tut keinem weh und es ist für einen guten Zweck. Je nach Betrag könnt ihr euch sogar noch eine Gegenleistung aussuchen und nach Bedarf gibt es auch für die Steuer eine richtige Spendenquittung.

(Sollte die benötigte Summe nicht zusammen kommen, bekommt ihr das Geld zurück überwiesen.)

Vielen Dank für eure Unterstützung.

Euer Social World Cup-Team

Das bundesweite Bündnis ProFans ruft die aktiven Fußballfans des Landes dazu auf, gegen die nun beschlossene Einführung von Montagsspielen zu protestieren. Seit einigen Wochen ist die Einführung von regulären Montagsspielen in der 1. Bundesliga ab der Saison 2017/2018 beschlossene Sache. Im Zusammenhang mit der Ausschreibung der Vermarktungsrechte verwies die DFL in ihrer Argumentation erneut vor allem auf die Konkurrenzsituation mit anderen Ligen in Europa. Für ProFans ist diese Ausgangslage kein Grund, die Proteste einzustellen. „Wir werden uns dem Diktat des Marktes niemals beugen. Wir sind nicht naiv und verweigern uns der grundsätzlichen Realität des modernen Fußballs. Das heißt aber noch lange nicht, dass der Fußball nur noch interessant sei, wenn er möglichst täglich im Fernsehen zu sehen ist.“, sagt ProFan-Sprecher Alex Schulz.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert wird am 12.04.2016 bei faz.net mit den Worten zitiert, dass er die „Befürchtungen der Fans“ ernst nehme, die „deutsche Fanszene“ allerdings aus „mehr als den mitreisenden Fans“ bestehe. ProFans-Sprecherin Gabriele Mateika kommentiert diese Aussage: „Es mag sein, dass die meisten Fußballfans in Deutschland die Spiele im Fernsehen schauen. Ohne stimmungsvolle Stadien und eine gewisse Brisanz bei den Partien wäre das Interesse allerdings schnell verschwunden. Ohne die aktiven Fanszenen des Landes würden auch keine TV-Fans existieren. Herr Seifert sollte das eigentlich am besten wissen.“

ProFans ruft alle Fans des Landes dazu auf, gegen Montagsspiele – egal in welcher Liga – zu protestieren. Viele Gruppen und Kurven kritisieren seit langem fanunfreundliche Anstoßzeiten und besonders Montagsspiele. Diese Proteste sollen nun ausgeweitet werden. „Jetzt erst recht! Wir rufen alle zur Solidarität mit den Gästefans auf!“, so ProFans-Sprecher Jakob Falk und betont: „2012 haben die Fanszenen schon einmal eindrucksvoll gezeigt, wie kraftvoll gemeinsamer Protest sein kann. Wir begrüßen ausdrücklich die Entscheidung der Cannstatter Kurve sowie der Bremer Ultràgruppen Infamous Youth und Caillera, das erste Montagsspiel am 2. Mai in Bremen zu boykottieren.“

Wie Fußballstadien an Montagen eigentlich aussehen sollen, zeigt eine Foto-Aktion verschiedener Fanszenen unter http://www.profans.de.

Für fangerechte Anstoßzeiten – gegen Montagsspiele!

ProFans im Mai 2016

Montagsspiele und Gästefanverbote

Der 32. Bundesliga-Spieltag der Saison 2015/2016 wird als ähnlich schwarzer Moment für die Fankultur in die Geschichte eingehen, wie der 12.12.12 an dem das DFL-Sicherheitspapier verabschiedet wurde.
DFB und DFL treiben ihr Vorhaben voran, Montagsspiele auch in der Bundesliga einzuführen und lassen unter dem Vorwand des 1. Mai einen Testballon los. Lobbygruppen die Einfluss auf den Fußball haben wird damit entgegengekommen: Polizei und Innenminister haben einen fußballfreien 1. Mai und der übertragende Pay-TV Sender wird auf Grund der weiteren Zerstückelung des Spieltags zufriedengestellt. Nur der Fan bleibt wie so oft auf der Strecke und muss sehen, wie er auf die Schnelle eine weitere Auswärtsfahrt an einem Werktag organisiert bekommt.
Gerechtfertigt wird die Neuerung auch mit dem Hinweis, dass man den Vereinen VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund eine größtmögliche Erholung nach Europapokalspielen ermöglichen will. Dies könnte bedeuten, dass das bislang auf Montag den 2. Mai terminierte Spiel Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart noch mit Borussia Dortmund gegen den VfL Wolfsburg getauscht wird. So müssen sich also gleich vier Fanszenen auf ein Montagsspiel einstellen. Planungssicherheit Fehlanzeige. Robin Dutt, Sportvorstand des VfB Stuttgart, nennt es „absolut nicht nachvollziehbar“, dass das Spiel in Bremen montags stattfinden soll. Des Weiteren befürchtet Dutt, dass die Schwaben durch die Verlegung des Spiels „auf die Unterstützung eines Großteils der Fans verzichten“ müssen, was einem „Wettbewerbsnachteil“ gleichkommt. Am selben Spieltag setzt der DFB über sein Sportgericht ein komplettes Gästefanverbot beim Hessen-Derby Darmstadt gegen Frankfurt durch, auf das beide Fanlager schon seit Ewigkeiten warten. Parallel werden regelmäßig Fanszenen durch Zaunfahnen- und Choreografieverbote eingeschränkt. Reduzierte Gästekontingente sind mittlerweile die Regel.
Auf Forderungen der Fans scheint man in Frankfurt weder bei der DFL noch beim DFB zu hören. Dass die Umsetzung der Montagsspiele trotz vorhandener Strukturen gegenüber Fanorganisationen vorab nicht kommuniziert wurde ist bezeichnend und ein weiterer Schlag ins Gesicht. Der deutsche Fußball der im In- und Ausland zu einem großen Maße auch durch seine laute und bunte Fankultur repräsentiert wird, beraubt sich durch die aktuellen Einschränkungen und Spieltagsansetzungen einer seiner größten Stärken. Was in erster Linie zählt, ist die Generierung immer höherer finanzieller Einnahmen – ohne Rücksicht auf Verluste.
Trotz aller Rückschläge sollte man sich gerade jetzt als Fußballfan klar positionieren und für Faninteressen stark machen. Die Cannstatter Kurve hat es vorgemacht und vor einigen Tagen zu einem Boykott des Montagsspiels in Bremen ausgerufen. Die Aktionen rund um 12:12 an denen sich Fans jeglicher Couleur beteiligten, haben gezeigt, welche Wirkung ein überregionaler Protest erzielen kann. Nur als möglichst großer Zusammenschluss können wir den Fußball den wir alle kennen und lieben erhalten und einen Teil dazu beitragen, dass man von DFB und DFL nicht länger ignoriert wird.

Coloniacs im April 2016


Mehr zur Protestaktion der Canstatter Kurve gibt es hier