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Stefan Weil, Niedersächsischer Ministerpräsident

Boris Pistorius, Minister für Inneres und Sport des Landes Niedersachsen

die MitgliederInnen des Ausschuss für Rechts und Verfassungsfragen des Niedersächsischen Landtags

die MitgliederInnen des Ausschuss für Inneres und Sport des Niedersächsischen Landtags

die innenpolitischen SprecherInnen der niedersächsischen Landtagsfraktionen

die rechtspolitischen SprecherInnen der niedersächsischen Landtagsfraktionen

die sportpolitischen SprecherInnen der niedersächsischen Landtagsfraktionen

Andreas Rettig, Vorstand des Ligaverbandes

Martin Kind, Präsident Hannover 96

Zur Kenntnis

Hendrik Große Lefert, Sicherheitsbeauftragter DFB

Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte

Thomas Beckmann, Bundesarbeitgemeinschaft der Fanprojekte

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Weil,

Sehr geehrter Herr Minister Pistorius,

Sehr geehrte Mitgliederinnen und Mitglieder der Ausschüsse,

Sehr geehrte Sprecherinnen und Sprecher der Landtagsfraktionen,

Sehr geehrter Herr Rettig,

Sehr geehrter Herr Kind,

Wir, die „IG Unsere Kurve“ und „ProFans“ sind zwei überregional tätige Fanorganisationen und vertreten die Interessen von weit über 100.000 organisierten Fußballfans und sind verlässlicher Ansprechpartner für DFB, DFL und weitere Institutionen.

Wir wenden uns mit diesem offenen Brief an Sie, da die jüngsten Ankündigungen rund um die Erstligabegegnung Eintracht Braunschweig gegen Hannover 96 für uns Grund zur Sorge sind. Laut Mitteilung auf der Homepage von Hannover 96 vom 11. März 2014[1] werden die Eintrittskarten für die Gästefans aus der Landeshauptstadt erst während einer organisierten Busfahrt ab Hannover ausgehändigt.

Dieses Vorgehen erscheint uns zutiefst problematisch und in Teilen verfassungswidrig.

Die Tatsache, dass alle Bürgerinnen und Bürger, welche dieses Spiel aus dem Gästeblock verfolgen möchten, verpflichtend mit den von Hannover 96 organisierten Bussen nach Braunschweig reisen müssen, verletzt unserer Ansicht nach das Recht jeder betroffenen Bürgerin und jedes betroffenen Bürgers auf Reisefreiheit, wie sie in Art. 13, Abs. 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, Art. 12, Abs. 1 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte, Art. 21, Abs. 1 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union und Art. 11, Abs. 1 des Grundgesetzes verbrieft ist.

Natürlich sehen einige der genannten Gesetze auch die Möglichkeit der Einschränkung des Grundrechts auf Reisefreiheit vor, aber nur um strafbaren Handlungen vorzubeugen (Art. 11, Abs. 2 GG) oder zum Schutz der öffentlichen Ordnung (Art. 12, Abs. 3 IPbpR). Wir bezweifeln aber stark, dass im vorliegenden Fall der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gewahrt wurde. Aus der simplen Absicht, ein Fußballspiel verfolgen zu wollen, kann wohl kaum eine Gefahr für die öffentliche Ordnung abgeleitet werden und 2.100 Fußballfans pauschal die Absicht strafbarer Handlungen zu unterstellen, erscheint uns auch mehr als unangebracht.

Hier möchten wir auf das Hinspiel am 8. November letzten Jahres im Hannoveraner Stadion verweisen. Laut Polizeimitteilung kam es während des gesamten Tages trotz ca. 2.000 gewaltbereiter Fans beider Lager nur zu lediglich 5 Festnahmen, 22 Personen wurden leicht verletzt, kein einziger Polizist oder Bürger schwer. Am Ende sahen 47.200 Menschen ein sportlich schwaches Unentschieden und selbst Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe zog ein positives Resümee des Tages, als er sich mit den Worten „Unser Konzept zur Trennung rivalisierender Gewalttäter ist aufgegangen. Wir konnten ein Aufeinandertreffen […] unterbinden und somit Schlimmeres verhindern.“[2] zitieren lies. Auch die Fanvertreter der Hannoveraner Interessengemeinschaft Rote Kurve werten die Polizeitaktik aus dem Hinspiel als Erfolg. Es kam zu keinerlei Kontakt zwischen den rivalisierenden Fans und das, obwohl Teile der Braunschweiger Fans individuell in die Landeshauptstadt reisten.

Ebenso ist es für uns unverständlich, dass die genannte Entscheidung ohne ersichtliche Rücksprache mit Fanbeauftragten und/oder Fanprojekten erfolgte. Gerade diese Institutionen gilt es beim Dialog zwischen Vereinen und Fans als Vermittler zu nutzen und ihre Expertise in der Bewertung von solchen Vorgehen zu nutzen.

Unter diesen Voraussetzungen appellieren wir dringend an Sie, die angekündigten Maßnahmen zu überdenken. Nutzen Sie alles in Ihrer Macht stehende, um das aktuell geplant Vorgehen zu verhindern. Denn auch Fußballfans haben einen Anspruch darauf, als mündige Bürgerinnen und Bürger selbst zu entscheiden, wie sie zu einem Spiel reisen.

Für Rückfragen stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

IG Unsere Kurve / ProFans

Berlin, den 19. Januar 2014: Über 700 Fans von 80 Vereinen aus ganz Deutschland haben am Wochenende in Berlin wieder unter Beweis gestellt, dass Fußballfans in Deutschland nicht nur Woche für Woche das Stadion bunt und laut machen, sondern darüber hinaus aktiv an der Gestaltung des Fußballs teilnehmen können und wollen. Dieser in Europa einmalige Organisationsgrad bietet Vereinen, Verbänden und allen anderen am Fußball Beteiligten die Chance mit Fans in den Dialog zu treten und das Fußballerlebnis miteinander zu gestalten. Die Beteiligung von Fans ist unerlässlich, wenn der Fußball sich weiter positiv gestalten soll. Wir freuen uns, dass sich die DFL mit Andreas Rettig und der DFB mit Helmut Sandrock an dem Kongress beteiligt haben.

In 10 Arbeitsgruppen wurde u.a. über Möglichkeiten zur Verbesserung der Medienarbeit, die Mitbestimmung im Verein, die speziellen Probleme der Amateurvereine, Werte im Fußball und andere Themen diskutiert. Die Teilnehmer werden die Ergebnisse nun in ihre Fanszenen weitertragen und so für die Verbreitung und Umsetzung sorgen.  In zwei Podiumsdiskussionen wurde lebhaft  zu den Themen „Selbstregulierung“ und über das Verhältnis zur Polizei diskutiert. Wir bedanken uns, dass sich mit Hans-Ulrich Hauck und Bernd Heinen auch zwei Vertreter der Polizei der Diskussion stellten. „Wir wünschen uns allerdings, dass die differenzierte Haltung der Podiumsteilnehmer auch bei den Einsatzkräften vor Ort ankommt und diese bei der Wahrnehmung ihres gesellschaftlichen Auftrages am Spieltag einen differenzierten Umgang mit den Fans an den Tag legen.“, betonte Sandra Schwedler von ProFans

„Wir hoffen, dass Fans in der öffentlichen Debatte als das wahrgenommen werden, was sie sind: Eine Bereicherung für den Fußball!“, ergänzt Daniel Nowara, Sprecher der IG „Unsere Kurve“. Die immer stärker zu Tage tretende Scharfmacherei und der Populismus aus Teilen von Polizei und Innenpolitik werden zu keiner Problemlösung beitragen, sondern machen aus verhältnismäßig geringen Problemen große. Hier muss dringend mehr Sachverstand in die Debatte Einzug halten. Die Fans haben in Berlin zum wiederholten Male bewiesen, dass sie sowohl organisatorisch als auch inhaltlich kompetente Ansprechpartner sind. Es wird Zeit, dass sie von Politik und Polizei als selbige wahrgenommen werden.

Fußball-Fans haben Probleme, aber sie sind keins.

ProFans und Unsere Kurve im Januar 2014

  • Organisatoren erwarten mit Spannung die Themen der Stunde
  • DFL Geschäftsführer Rettig und DFB Generalsekretär Sandrock haben zugesagt.

Berlin, den 15. Januar 2014: Die unabhängigen Fanorganisationen ProFans und Unsere Kurve veranstalten am 18. und 19. Januar im Kosmos-Berlin (Karl-Marx-Allee 131a, 10243 Berlin) den Fankongress 2014. Es ist der zweite Fankongress seit 2012 in dieser Form, organisiert von Fans für Fans. Das Motto des diesjährigen Fankongresses lautet: „Ein fanfreundliches Stadionerlebnis: Wie Fans den Fußball wollen.“ Die Formulierung ist angelehnt an das DFL-Konzeptpapier zum „Sicheren Stadionerlebnis“, gegen das 2012 in Deutschland Tausende Fußballfans überwältigend protestiert hatten. Die Geisteratmosphäre der schweigenden Fanblöcke wird im Gedächtnis bleiben und eine Vorstellung davon geliefert haben, wie der Fußball aussehen würde ohne stimmungsreiche Kurven und eine blühende Fankultur.

Da es nachweislich kein Sicherheitsproblem in deutschen Stadien gibt, soll der Fokus für die Veranstalter viel mehr auf dem Stadionerlebnis aus Fan-Sicht liegen. Das Grundanliegen „Zum Erhalt der Fankultur“ bleibt dabei die Motivation des Engagements, wie auch schon beim Fankongress 2012 und den bisherigen bundesweiten Fan-Demonstrationen. „Der Fankongress 2014 soll dazu dienen, nach außen und innen zu formulieren, wie wir uns unsere Fankultur vorstellen, worüber wir unzufrieden sind, was wir unbedingt erhalten und was wir verändern wollen“, sagt Fankongress-Organisatorin Sandra Schwedler vom Bündnis ProFans. „Wir werden nicht darauf warten, dass sich die Dinge zu unseren Gunsten wenden, sondern unsere Anliegen selbst in die Hand nehmen“, ergänzt ProFans-Kollege Jakob Falk und erklärt: „Die Fanszenen in Deutschland sind inzwischen so gut organisiert und professionell aufgestellt, dass sie sich bei vielen Problemen selbst helfen können.“

Die Vorbereitungen zum Fankongress 2014 sind derweil fast abgeschlossen. Fankongress-Organisator und Unsere Kurve Sprecher Christian Bieberstein: „Wir haben ein sehr anspruchsvolles inhaltliches Programm zusammengestellt, das die wichtigsten Aspekte eines fanfreundlichen Stadionerlebnisses erörtert.“

Am Samstag, den 18. Januar wird die inhaltliche Vertiefung in fünf Arbeitsgruppen unterteilt, mit jeweils unterschiedlichen Fragestellungen am Vor- und Nachmittag.

  • In „Thema 1“ wird es um die „Vereine als Ausrichter“ des Stadionerlebnisses gehen, um Sponsorenverflechtungen, die sogenannte „50+1-Regel“ und die Möglichkeiten der Einflussnahme durch Fans. Christian Müller (Geschäftsführer, SG Dynamo Dresden) wird u.a. anwesend sein.
  • „Thema 2“ widmet sich dem „Stadion als Veranstaltungsort“. Es geht um die gegenwärtige Situation in den Heimkurven und Auswärtsblöcken. Zu Gast ist u.a. Sven Brux (Sicherheitsbeauftragter FC St.Pauli) und Jonas Gabler (Universität Hannover, Buchautor „Die Ultras“).
  • In „Thema 3“ geht es am Vormittag in einem „Workshop zur professionellen Medienarbeit“ um die Selbstbestimmung von Fußballfans. Es moderiert Jakob Rosenberg (Chefredakteur, Ballesterer Fußballmagazin). Am Nachmittag geht es auch unter dem Aspekt der Selbsthilfe von Fans um die „Notwendigkeit der rechtlichen Unterstützung von Fußballfans“. Moderiert wird die Veranstaltung von Angela Furmaniak (Rechtsanwältin, Arbeitsgemeinschaft Fananwälte), zu Gast ist u.a. Jahn-Rüdiger Albert (Rechtsanwalt, Rot-Schwarze Hilfe, 1. FC Nürnberg).
  • „Thema 4“ ist den „Mitspielern“, der Zusammenarbeit von Fans mit den Fan-Projekten und Fan-Beauftragten, sowie der Zukunft der Fanvertretungen gewidmet. Zu Gast werden u.a. Volker Goll (Koordinationsstelle der Fan-Projekte) und Robert Pohl (Unsere Kurve, Dynamo Dresden) sein.
  • In „Thema 5“ ist der Fokus auf die Vereine und Fanszenen der unteren Ligen gerichtet. Diskutiert werden „Probleme im Schatten der Großen“ mit u.a. Thomas Schickorra (Vorstandsvorsitzender VFB Lübeck v. 1919 e.V.) und Fabian Maier (Szene E, SSV Reutlingen).

„Es ist uns besonders wichtig, mit der Veränderung der Stadionverbots-Richtlinien, dem eskalierten Verhältnis zwischen Fans und der Polizei, sowie den Konflikten rund um die Antidiskriminierungsarbeit in den Fankurven, die Themen der Stunde anzusprechen, die derzeit in den Fanszenen des Landes für viel Diskussionsstoff sorgen“, betont Fankongress-Organisator Jakob Falk von ProFans.

Die Veränderungen der Stadionverbots-Richtlinien werden in Thema 3 am Samstagnachmittag besprochen. Die AG Fananwälte hatte die neuen DFB-Richtlinien der Vergabepraxis von Stadionverboten im Vorfeld scharf kritisiert, die Fanszenen reagierten empört.

Ebenfalls am Samstagnachmittag um 16:00 Uhr wird es im Hauptsaal eine große Podiumsdiskussion zum Verhältnis zwischen Fans und Polizei geben. Nach einer kurzen Einleitung durch Helmut Sandrock (Generalsekretär des DFB) wird es unter dem Motto „Getrennt in den Farben, getrennt in der Sache?“ um die Frage gehen, ob es einen Ausweg aus dem derzeitig katastrophalen Verhältnis zwischen beiden Parteien gibt. Es ist das erste Mal, dass die Fan-Organisationen diese Thematik direkt ansprechen. Bereits angemeldete Mitarbeiter_innen der Polizei werden im Publikum dabei sein.

Auf dem Podium diskutieren u.a. Prof. Dr. Albert Scherr (Soziologe, Freiburg) und Hendrik Große-Lefert (Sicherheitsbeauftragter DFB). „Ganz besonders seit umstrittenen Polizeieinsätzen wie in Gelsenkirchen gibt es sehr viel grundsätzlichen Diskussionsbedarf“, sagt Jakob Falk.

Am Sonntag wird es unter dem Motto „Auf den Rängen: Hier bestimmen wir“ um „Grenzen und Chancen von Selbstregulierung in Bezug auf Anti-Diskriminierung“ gehen. Nach den Vorfällen in u.a. Aachen, Duisburg, Braunschweig und Bremen wurde deutlich, welches Ausmaß die Konflikte rund um Politik und Antidiskriminierung in den Fankurven bekommen haben. „Wir erwarten eine emotionale und sehr spannende Diskussion, die für die weitere Entwicklung dieser Thematik in den Fan-Szenen von höchster Relevanz sein wird. Wer sich ein authentisches Bild von der Lage machen will, sollte diese Veranstaltung nicht verpassen“, so Fankongress-Organisator Thomas Kessen von Unsere Kurve. DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig wird ein Grußwort zu dieser Veranstaltung am Sonntag sprechen.

Nach den bisherigen Anmeldungen erwarten die Organisatoren von ProFans und Unsere Kurve einen sehr gut besuchten Kongress, mit Fans aus allen Teilen des Landes und Vertreter_innen aller relevanten Bereiche im Netzwerk Fußball.

ProFans und Unsere Kurve, im Januar 2014

Alle aktuellen Informationen: http://www.fankongress.de
Kontakt: presse@fankongress.de

Berlin, den 23. Dezember 2013: Das Bündnis ProFans spricht sich schon seit Jahren für einen ehrlichen Dialog auf Augenhöhe zwischen allen Beteiligten im Fußball aus. Diese Kommunikation erfordert einen fairen und verlässlichen Umgang der involvierten Akteure. Im Zuge der Debatte um das Sicherheitskonzept wurden erste Schritte unternommen, die Wegbereiter für einen verlässlicheren Dialog zwischen Fans und Verbänden sein könnten. Genauso gibt es zahlreiche regionale Beispiele, die beweisen, dass Vereine und Fans ehrlich, lösungs- und sachorientiert miteinander reden. Die Ausgestaltung der Dialoge ist dabei vielseitig und in ihrer Form den regionalen Gegebenheiten entsprechend. Aus diesen Gesprächen sind bereits Lösungsansätze und Initiativen wie selbstverwaltete Blöcke, Sonderzüge oder gemeinsame soziale Projekte hervorgegangen.

ProFans sieht daher keine generelle Notwendigkeit für eine weitere Forschungsarbeit im Bereich „Kommunikation“. Viel mehr mangelt es an genereller, ehrlicher und verlässlicher Kommunikationsbereitschaft bei einigen Vereinen, den Verkehrsbetrieben und insbesondere der Politik und Polizei. Anstelle populistischer Statements der Innenpolitiker und Polizeigewerkschafter wäre ein ehrliches Anhören der Fans im Beisein eben jener Scharfmacher ein Schritt hin zu einem erfolgreichen Dialog. „Anstatt zu allererst einen ehrlichen Dialog auszuprobieren, hängt sich das Bundesministerium für Bildung und Forschung lieber an ein Forschungsprojekt mit dem kryptischen Namen SiKomFan und macht es zu einem Großprojekt. Die Fans sind es leid als unbekanntes, fremdes Wesen behandelt zu werden und wollen schlicht als Partner wahrgenommen werden“, kritisiert ProFans-Sprecher Alex Schulz.

Bereits aus den genannten Gründen sehen ProFans und die angeschlossenen Gruppen keine Notwendigkeit einer neuerlichen „Fanforschung“. Darüber hinaus sorgen die Projektpartner Cassidian und Deutsche Hochschule der Polizei für schwere Irritationen. Cassidian ist ein Unternehmen der EADS Gruppe, das bisher vor allem als militärischer Ausrüster aufgefallen ist. In der eigenen Präsentation im Rahmen des Projektes wird direkt und ohne Umstand auf die komplette Palette an Überwachungstechniken verwiesen, die der Konzern bereitstellen kann und die ProFans vor allem im Fußballstadion strikt ablehnt. Die Frage nach einer Zusammenarbeit mit einem Partner, der offensichtlich nur am Fan als „Sicherheitsrisiko“ verdienen möchte, beantwortet sich da von selbst.

Die Beteiligung der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt kontraproduktiv und wird ebenfalls abgelehnt. Das Verhältnis zwischen den Fans und der Polizei ist nach etlichen Vorfällen in den letzten Monaten an einen neuen Tiefpunkt gelangt. Insbesondere bei sogenannten „Großlagen“ ist es auf Seiten der Polizei mehrfach zu Verfehlungen gekommen, die nicht aufgeklärt worden sind. „Wir sehen gerade im Verhältnis zwischen Polizei und Fans tieferliegende und schwerwiegendere Probleme als fehlendes Wissen um mögliche Kommunikationsmöglichkeiten“, fasst Alex Schulz zusammen.

Daher lehnen das Fanbündnis ProFans und seine angeschlossenen Gruppen eine Zusammenarbeit mit dem Forschungsprojekt SiKomFan ab.

ProFans im Dezember 2013

Aktionsspieltage zum Fankongress

11. Dezember 2013
Kategorie: Fankongress 2014

Liebe Fußballfreunde!

Wie Ihr schon mitbekommen habt, steht der nächste wichtige Termin für alle aktiven Fußballfans an, die sich für den Erhalt unserer Fankultur einsetzen: Der Fankongress am 18. und 19. Januar 2014 im Kosmos Berlin. Nach den Entwicklungen seit der Protestwelle gegen das DFL-Sicherheitspapier vor genau einem Jahr ist es wichtig, dass wir nun den nächsten Schritt gehen. Wir wollen proaktiv und konstruktiv verdeutlichen, wie wir uns den Fußball als Fans vorstellen. Wir wollen notwendige Veränderungen definieren und Erhaltungsmahnungen deutlich aussprechen. Wir wollen als Fundament des großen Fußball-Gebäudes bei den Bereichen mitreden, die für unseren Fan-Alltag von erheblicher Relevanz sind. Kontrovers wollen wir über die Themen diskutieren, die derzeit die Fanszenen in Deutschland bewegen. Wir wollen über Mitbestimmung in den Vereinen reden, über Heim- und Auswärtskurven, über Möglichkeiten der Selbstregulierung bei diskriminierenden Vorfällen, über Fan- und Sozialarbeit in den Kurven, über Grundlagen bei der ehrenamtlichen Medienarbeit, über Existenz-Probleme der kleineren Vereine, über das mehr als angespannte Verhältnis zwischen Fußballfans und der Polizei und über vieles mehr. Dazu haben wir repräsentative Vertreter_Innen aus allen Bereichen des Fußballs eingeladen. Wir erwarten einen spannenden und richtungsweisenden Kongress.

Wir rufen alle Fans in den Kurven des Landes dazu auf, den Fankongress 2014 zu unterstützen. Es kommt uns allen zu Gute. Nutzt die letzten beiden Spieltage vor der Winterpause, um mit Spruchbändern und Aktionen im Stadion auf diese wichtige Veranstaltung hinzuweisen. Zeigt allen Kritikern was für ein Potential in uns steckt! Alle Infos gibt es unter www.fankongress.de! Informiert Euch, verlinkt und verbreitet diese Seite und unterstützt damit den Fankongress 2014. Da wir auch bei diesem Fankongress unabhängig bleiben wollen und den Kongress selbstständig von Fans für Fans organisieren, sind wir auch auf Eure Geldspenden angewiesen. Jeder kleine Beitrag hilft uns weiter. Helft mit beim nächsten Schritt zum Erhalt unserer Fankultur.

Die Organisatoren
ProFans & Unsere Kurve im Dezember 2013